Das Gender-Spiel

Ich stelle mir manchmal vor, Geschlecht wäre ein Gesellschaftsspiel.
Vielleicht eine lange Schachpartie: Transmänner könnten die Türme sein, Transfrauen quer dazu die Läufer, Genderqueer-Personen reiten die verwinkelten Züge der Pferde. Die Mehrheit der Cis-Heteros als Bauern. Wenn die Bauern das ganze Spielfeld überqueren, können sie Läufer, Damen, Türme, Pferde oder Damen werden. Femmes wären dann die majestätischen, vielseitigen Damen und Butches die langgedienten Könige auf dem Genderschachbrett.
Das Zeitalter des Königtums ist lange vorbei und Figuren wie ich regieren schon lange nicht mehr. Ich stehe dauernd im Schach. Ich brauche eine ganze Armee aus allen Geschlechtern zum Schutz. Ich gehe einen Schritt, wo andere ein ganzes Spielfeld durchmessen.
In dieser Schlacht geht es um nichts weniger als die Fragen, die das Brett der Welt bedeuten:

Welche Figur darf welches Geschlecht repräsentieren? Funktioniert das Spiel noch, wenn Türme manchmal schräg gehen könnten und die Bauern kein ganzes Feld laufen müssten, um endlich Damen zu werden?

Wir befinden uns von Anfang an im Krieg. Wir würden manchmal gerne aussteigen. Man wirft uns vor, wir würden das Spiel nur darum abbrechen, weil wir am Verlieren sind. Wir zweifeln nur leise, ob unsere Figuren jenseits des Spiels überhaupt Sinn ergeben.

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