Butches und alltägliche Sexismus-Erfahrungen?!

Habe gerade eine interessante  Info zu einer Ausstellungseröffnung gegen sexistisches Street-Harassment  – „My name is not Baby!“ bekommen, fand die Ankündigungen sehr spannend, ebenso die Projekte („My Name is Not ‚Baby‘!“ /“Stop Telling Women to Smile“). Was mir aber sehr oft bei aktuellen und auch wirklich guten feministischen Anti-Sexismus-Aktionen auffällt, female masculinities sind visuell nicht repräsentiert … als ob diese NICHT von Sexismus betroffen seien. Ja, möglicherweise zielt „Street-Harassment“ von female masculinities auch noch auf eine andere Ebene (Homophobie z.B.), aber Sexismus und Misogynie ist sehr vielfältig und Homophobie trifft auch queere Femininitäten.

Liegt es am Trans*diskurs, der sexstische Erfahrungen ausschließlich als „transphob“ rahmt und jedes Zurückgeworfensein auf „Weiblichkeit“ damit vermeidet, verhindert, von sich weist, und sich von der Erfahrung fundamental distanziert? Und zugleich damit als „fremde“ Erfahrung der „Anderen“ markiert?
Ich erinnerte in dem Zusammenhang, dass eine junge Femme einmal annahm, dass ich ihre sexistischen Erfahrungen nicht verstehen, nachvollziehen könnte oder SELBST erlebt haben könnte, weil sie annahm, ich würde nicht als „Frau“/“Lesbe“ passen… ein zweischneidiges Kompliment für mich … Passing, wieder dieses komplexe Thema der Wahrnehmung/Beurteilung, was wieder im Blickregime der_des Betrachter_in liegt.

Tatsächlich habe ich mich jahrelang gewundert – und es war mir auch etwas peinlich, weil irgendwie wundersam „privilegiert“ – dass ich kein Street-Harassment in Form von Anmachsprüchen abbekommen habe. Und nein, das hängt nicht unbedingt nur mit „Maskulinität“ zusammen. Von einer anderen Person erfahre ich, dass sie oft als Maskulinität passt, dennoch sexistisch angemacht wird. Sie vermutet, weil es an ihrer kleinen Körpergröße und damit am „Jung-aussehen“ liegt …
Aber Misogynie/Sexismus erlebe ich auch, und ich kenne sehr gut die Aufforderung von Cis-Männern, doch mal bitte zu lächeln! Oder nicht ernstgenommen zu werden, als irrational oder anmaßend/aggressiv gelte (sei doch bitte netter, gefälliger usw.) sowohl von Cis-Männern, als auch Frauen (soviel zum verinnerlichten Sexismus).

Also, warum sind female masculinities nicht visuell in Anti-Sexismus-Kampagnen angesprochen/integriert und damit unsichtbar??

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5 Kommentare

  1. „Passing, wieder dieses komplexe Thema der Wahrnehmung/Beurteilung, was wieder im Blickregime der_des Betrachter_in liegt“, Ein manchmal schmerhaftes Thema aber auch interessant. Manches mal hat es für mich den Eindruck ich steh an einem Punkt wo ich so ziehmlich überall (ge)“passt“ werden kann.

    Was aber auch einen Vorteil bringt, mit genügend Vorlauf kann ich mir einen ungefähren Eindruck verschaffen mit wem ich wo und vorallem wie auftauchen kann ohne größere Schwierigkeiten für eine, beide oder mehrere Seiten zu bekommen.

    1. Aber das ist so mühsam, denn Du hast nicht immer „genügend Vorlauf“, um Dich zu orientieren, Dir einen Überblick zu verschaffen, Dich vorzubereiten, um „Schwierigkeiten“ einzuplanen. Und was ist das alles verdammt viel „Planungsarbeit“, alltäglich einen Umgang mit „Nichtpassen“, aber auch „Passen“ zu finden.

      1. In der tat das kostet sehr viel Kraft und Zeit, nur denk ich mir auch immer wieder Übung macht den_die Meister_in. Umso leichter wirds auch in den letzten Jahren für mich ;)

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